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Stahlriesen im Ruhestand – Ein Tag zwischen Industrie, Kultur und Natur

Datum:
19. Feb. 2026
Von:
Emilia G., Q1
Erdkunde-Exkursion

Da, wo früher die Schornsteine rauchten, entdeckten wir, die Erdkunde-Kurse der Q1, am Donnerstag, den 05. Februar 2026, neue Kultur- und Naturräume. Unsere Exkursion führte uns mitten ins Ruhrgebiet, um den Wandel von der harten Maloche zur modernen Freizeitlandschaft selbst zu erleben. Am Donnerstagmorgen fuhren wir gegen 8:00 Uhr mit einem Reisebus zum Regionalverband Ruhr, um dort zwei Guides abzuholen, die uns dann auf der Exkursion mit lehrreichen Informationen und Berichten begleiten sollten.

Erdkunde-Exkursion

Mit etwas verkehrsbedingter Zeitverzögerung starteten wir gegen halb elf an der Zeche und Kokerei Zollverein in Essen. Diese galt als größte Zeche Europas und wurde 2001 zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Auf dem Gelände befindet sich mit einer Länge von 58 Metern die längste freistehende Rolltreppe Europas, welche zur ehemaligen Kohlenwäsche führt. Während auf den Flächen der Zeche früher mehr als zwölftausend Tonnen Kohle am Tag gefördert, aufbereitet und veredelt wurden, stehen heute Forschung, Bildung, Kunst und Kultur im Mittelpunkt. Ob Spielplatz, Anlagen in der Natur oder Ausstellungen wie "Holo Voices" - für alle Altersklassen und Interessengruppen ist etwas dabei.

Erdkunde-Exkursion

Auf dem Weg zurück zum Bus erhielten wir die Information, dass es in den Hohlräumen der Kohleförderung zur Ansammlung von sogenanntem Grubenwasser kommt. Um eine Kontaminierung des Grundwassers zu verhindern, muss auch nach der Stillegung 1986 dieses Grubenwasser abgepumpt werden. Es stellte sich heraus, dass es warm ist und als erneuerbare Energie z. B. für Gebäude genutzt werden kann.

Von der Zeche und Kokerei Zollverein ging es dann weiter, sodass wir gegen Mittag am CentrO Oberhausen ankamen und dort unsere Mittagspause verbrachten. Auf der Fahrt dorthin erzählte einer der Guides, dass es auch hier zu einem sichtbaren Strukturwandel kam. Während Oberhausen 1963 noch durch das Hüttenwerk geprägt war, entstand 1996 das CentrO Oberhausen mit vielfältigen Freizeit-, Sport- und Kulturangeboten. Im Vergleich zur Zeche und Kokerei wurde hier vieles nach Stillegung in den 1990er Jahren abgerissen und so Platz für Neues geschaffen. Der Gasometer in Oberhausen gilt als Relikt der ehemaligen Guten Hoffnungshütte.

Erdkunde-Exkursion

Nach der Mittagspause fuhren wir zum letzten Standort, dem Landschaftspark Duisburg-Nord. Dieser war früher einer der größten Stahlstandorte in Europa und gilt heute ebenfalls als Industriedenkmal. Damals bestand die Stahlindustrie auf Basis der Rohstoffe Steinkohle und Eisenerz. Da die Landwirtschaft in dieser Region wirtschaftlich eine untergeordnete Rolle spielte, war es billig und einfach, diese Flächen für die Industrie zu nutzen, woraus dann weitere Hüttenwerke entstanden.

Der Landschaftspark in Duisburg war ein Thyssen-Hüttenwerk, in dem Roheisen für die Stahlindustrie produziert wurde. Die Hochöfen, Bunkeranlagen und Gießhallen wurden nach der Stillegung nicht abgerissen, sondern denkmalgeschützt und für Freizeit und Kultur ausgebaut. So kann die Erhaltung dieser Anlage Besuchern wie uns die damalige Arbeit veranschaulichen und näherbringen. Während im Sommer auf diesem Gelände Open-Air-Kinovorführungen angeboten werden, ist Klettern im Hochseilgarten ebenfalls möglich. Nach all diesen interessanten Informationen, vielen Einblicken und der Aussicht aus 70 Metern Höhe auf das Gelände des Landschaftsparks und über das gesamte Ruhrgebiet ging es für uns zurück nach Hersel.

Gegen 16:15 Uhr erreichten wir wohlauf unsere Schule.

Wir danken Herrn Behm und Herrn Hölscher für die gelungene Organisation und Frau Ruhl für die Begleitung.