Zwischen American Dream und Identitätsverlust - Gregory Crewdson im Bonner Kunstmuseum


Am Exkursionstag machten sich bei kaltem, aber sonnigen Winterwetter die Kunstkurse der Q1 und Q2 gemeinsam auf den Weg - Ziel: Kunstmuseum Bonn.
Zunächst studierten wir die Gestaltung des Museums, bei dem Axel Schultes organische und statische Formen geschickt kombinierte. Man kennt Schultes' Formsprache auch von den repräsentativen Bauten des politischen Berlin. Katharina Grosses Kommentar zum Gebäude - eine bunte Scherbe - ermöglichte eine kontrastive Wirkung, welche uns auf die Subtilität der Bildsprache einstimmte, die uns im Museum begegnete.

Gregory Crewdsons fotografische Arbeiten setzen sich mit Psychologie und Irritation auseinander: Die Menschen wirken auf den Fotos wie zerbrechliche Figuren auf einer effektvoll erleuchteten Bühne. Die einzelnen Bildelemente, die das Auge harmonisch sortiert hat, werden plötzlich durch unsinnige Kreise oder seltsame Randfiguren aufgebrochen. Die Bilder wirken zeitgleich wunderschön und zutiefst verstörend, was auf Crewdsons cineastische Inszenierung zurückzuführen ist.
Danach erschien der Rheinische Expressionismus, dessen wohl bedeutendste Sammlung im Kunstmuseum zu besichtigen ist, wie eine Explosion der Glücksgefühle. Spätestens bei Kerstin Brätsch und Tomás Saraceno, deren installative Arbeiten im Obergeschoss zu sehen sind, zeigt es sich wie in einem Brennglas: (zeitgenössische) Kunst funktioniert unterschiedlich und beeinflusst doch immer ihr Umfeld, das zwangsläufig in Interaktion treten muss.
Eine gelungene und sehr lehrreiche Exkursion, die große Freude gemacht hat!