„Gott einen Raum schaffen“ – Einweihung des neuen Auszeitraumes für die Oberstufe im „Chörchen“ unserer Schulkapelle


Am 19. Mai 2026 versammelten sich unsere Oberstufenjahrgänge EF und Q1 zu einem besonderen Gottesdienst in der Schulkapelle: Mit großer Freude durften wir unseren neuen spirituellen Auszeitraum neben dem Altarraum einweihen. Das sogenannte „Chörchen“, zuvor ein Abstellraum, wurde komplett umgestaltet und fungiert nun für die Oberstufenschülerinnen als Raum der Stille, des Gebets und zum „Krafttanken“ im Schulalltag. Besonders gefreut haben wir uns über die Teilnahme von Herrn Dr. Berndorff, dem Vorstandsvorsitzenden des Erzbischöflichen Schulfonds.

Der neue Raum ist ein zentraler Bestandteil des Projekts „Beten im Schulalltag - Sekundarstufe II“ unter Federführung von Frau Dr. Lenz-Kemper, das im Rahmen des Schulpreises 2025 zum katholischen Schulprofil vom Erzbischöflichen Schulfond großzügig gefördert wurde. Im Rahmen der Arbeit am katholischen Leitbild der Schule geht es darum, mehr Zeit und Raum für Beten, Besinnung und Auszeit im Schulalltag zu schaffen und auf die Bedürfnisse der Oberstufenschülerinnen einzugehen. So hat auch eine Gruppe von Schülerinnen am Projektantrag und der Auswahl der Einrichtung mitgewirkt. In einem Briefkasten, den zwei EF-Schülerinnen künstlerisch gestaltet haben, können auf Wunsch der Schülerinnen Sorgen und Bitten geschützt abgelegt werden. Neben Bibeln liegen auch Broschüren mit den in diesem und im letzten Schuljahr selbst verfassten Gebeten der Oberstufe aus. Eine sprudelnde Wassersäule sorgt für eine beruhigende Atmosphäre und symbolisiert unsere spirituelle Quelle: Gott.

Besonders freuen wir uns auch darüber, dass die Würde-Königin des Bonner Künstlers Ralf Knoblauch, die wir seit September 2025 als Geschenk in der Ursulinenschule haben und die die Würde eines jeden Menschen vor Gott zeigt, im Zentrum des Auszeitraumes ihren Platz gefunden hat. Zum Beispiel zum Thema der Würde, das im Leitbild unserer beiden Schulen einen wichtigen Ort hat, können auch Klassen und Kurse den Auszeitraum in Begleitung ihrer Lehrkräfte für eine Andacht oder Meditation nutzen.
In einer Andacht, zu deren Beginn Frau Dr. Lenz-Kemper noch einmal die Genese und die Zielsetzung des spirituellen Auszeitraumes vorstellte, stand im Folgenden die Lesung Exodus 3,1-15 im Zentrum, die Geschichte von Mose und dem brennenden Dornbusch, der nicht verbrennt. In seiner Auslegung betonte Herr Dr. Oerder das Dialogische dieser Situation: ein Gespräch zwischen Gott und Mensch, das eine starke Zusage Gottes beinhaltet: „Ich bin für dich da“. Es kommt zur Begegnung und erlebten Gegenwart Gottes, da Mose innehält und die „Schuhe der Gewohnheit“ auszieht. So lautete auch einer der drei Impulse Oerders für die Oberstufenschülerinnen: „Heiliger Boden: Nehmen Sie sich drei Minuten Stille am Tag. Atmen und beten Sie schlicht: ‚Du bist da.‘ Einen Ort dafür haben wir nun noch mehr: den Auszeitraum.“

Andacht anschließenden Segnung des Auszeitraumes durch Pater Ino nahmen neben der Schulleitung und Herrn Dr. Berndorff auch Schülerinnen der EF und Q1 sowie Kolleginnen und Kollegen teil. Gemeinsam beteten wir für unsere Schulgemeinschaft und mehr Zeit und Raum für Gebet, Besinnung und Ruhe in unserem schulischen Alltag.
Jetzt steht unser neuer Auszeitraum offen für die Begegnung mit uns selbst, untereinander und mit Gott.
Wir freuen uns auf diese Begegnungen in den letzten Schulwochen und sind gespannt auf die ersten Rückmeldungen!